
Wer kennt das Gefühl nicht?
Ein Blick in den Spiegel –
und plötzlich fällt dir alles auf, was angeblich nicht stimmt.
Der Pickel auf der Stirn.
Die Delle am Po.
Oder vor allem wieder dieser Bauch.
Und plötzlich spielt selbst das Outfit, auf das wir uns eigentlich gefreut haben, keine Rolle mehr.
Denn unser innerer Kritiker hat geurteilt.
Doch warum denken wir so?
Warum reden wir mit uns selbst oft so schlecht?
Denn oft sind wir selbst unser härtester Kritiker.
Während wir bei anderen Menschen über kleine Makel hinwegsehen,
scheinen wir sie bei uns selbst sofort zu entdecken.
Sind wir doch mal ehrlich:
Die meisten Menschen würden den Pickel auf deiner Stirn nicht einmal bemerken.
Die Delle am Po?
Interessiert kaum jemanden.
So wie wir diese Dinge bei anderen Menschen kaum wahrnehmen,
nehmen andere Menschen sie bei uns meistens genauso wenig wahr.
Doch für unseren inneren Kritiker werden genau diese Dinge plötzlich zum Wichtigsten auf der Welt.
Wenn es uns auffällt,
fällt es jedem auf.
Wenn wir uns unwohl fühlen,
müssen andere das doch auch sehen.
Zumindest versucht uns diese Stimme in unserem Kopf genau das einzureden.
Aber woher kommt diese innere Stimme eigentlich?
Die Wahrheit ist:
Niemand wird als sein eigener Kritiker geboren.
Kein kleines Kind stellt sich vor den Spiegel und denkt:
„Ich bin nicht schön genug.“
„Ich bin nicht schlank genug.“
„Ich bin nicht gut genug.“
Diese Stimme entwickelt sich mit der Zeit.
Durch Erfahrungen.
Durch Vergleiche.
Durch Erwartungen.
Und manchmal auch durch Worte, die wir nie vergessen haben.
Vielleicht war es ein Kommentar über dein Aussehen.
Vielleicht ein Vergleich mit anderen.
Vielleicht das Gefühl, immer besser sein zu müssen.
Immer schöner.
Immer erfolgreicher.
Immer perfekter.
Und irgendwann passiert etwas Merkwürdiges.
Die Stimmen von außen werden zu unserer eigenen Stimme.
Wir hören sie nicht mehr von anderen Menschen.
Wir hören sie von uns selbst.
Und mit der Zeit beginnen wir, ihr zu glauben.
Dabei sagt unser innerer Kritiker nicht die Wahrheit.
Er zeigt uns oft nur unsere Unsicherheiten.
Unsere Ängste.
Unsere Zweifel.
Und genau deshalb kann er so laut werden.
Heute bekommt dieser innere Kritiker oft zusätzliche Nahrung.
Vor allem durch soziale Medien.
Jeden Tag sehen wir Menschen mit scheinbar perfekten Körpern.
Perfekter Haut.
Perfekten Beziehungen.
Perfekten Leben.
Doch was wir dabei oft vergessen:
Wir vergleichen unser echtes Leben mit den besten Momenten anderer Menschen.
Mit Bildern, die ausgewählt, bearbeitet und gefiltert wurden.
Und je häufiger wir das sehen,
desto leichter entsteht das Gefühl,
nicht gut genug zu sein.
Nicht schön genug.
Nicht erfolgreich genug.
Nicht interessant genug.
Dabei liegt das Problem oft nicht bei uns.
Sondern bei dem Maßstab,
an dem wir uns messen.
Vielleicht ist genau das der erste Schritt.
Zu erkennen,
dass nicht jeder Gedanke die Wahrheit ist.
Dass nicht jede Kritik in unserem Kopf recht hat.
Und dass wir lernen dürfen,
mit uns selbst so zu sprechen,
wie wir mit einem Menschen sprechen würden,
den wir lieben.
Denn niemand verbringt mehr Zeit mit uns als wir selbst.
Und vielleicht verdienen wir deshalb auch etwas mehr Freundlichkeit von uns selbst.
Und deshalb bleibt am Ende vielleicht nur eine Frage:
Wenn du heute in den Spiegel schaust –
siehst du wirklich dich?
Oder siehst du nur das, was dein innerer Kritiker sehen möchte?

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